Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Lack abgedrückt war, bewundert, aber der Inhalt des Briefes war ihr ſo unerwartet, daß ſie ihren Augen nicht traute. Er war deutſch abgefaßt, was der Gräfin immer etwas ſchwer fiel, aber die vollendet ſchöne und deutliche Handſchrift, deren ſich der Reichsgraf von Cronberg rühmte, und die mit möglichſt vielen Fremdworten ge⸗ ſpickte Ausdrucksweiſe erleichterten ihr das Verſtändniß. Vier volle Seiten enthielt der Brief. Er holte weit aus, erging ſich im Geſchmacke der Zeit in allerlei Allegorien und abſonderlichen Wendungen, citirte viel Götter und Göttinnen aus dem Olymp und kam dann endlich auf ſein Ziel. Der alte Herr hielt in aller Form um Cajeta⸗ na's Hand an! Als Francesca die reich verſchnörkelte Stelle, welche den Kern ſeines Anliegens ausdrückte, ge⸗ leſen und verſtanden hatte, ließ ſie das Blatt ſinken und konnte ſich zuerſt gar nicht faſſen vor Heiterkeit! Sie ſelbſt hatte auf dieſe Weiſe weit über das Ziel, das ſie ſich geſteckt hatte, hinausgeſchoſſen und dadurch ein an⸗ deres getroffen, das ihr nicht im Traume eingefallen war. Als ſie es geſchickt zu lenken gewußt, daß der Reichsgraf mit der ſpröde verſchmähten Cajetana in Berührung kam, hatte ſie wohl gehofft, daß er an dem liebenswürdigen Mädchen Gefallen finden, ſich mit dem Gedanken, daß ſie eine Verwandte ſeines Hauſes ſei, ausſöhnen und ihr in dieſem Gefühl vielleicht künftig Beweiſe ſeines Wohl⸗

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