Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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hinaus zu ſtolziren. Was mochte er für eine Botſchaft ſenden? Der alte Lakai ſah ſo ernſt und gravitätiſch aus, als er am vordern Gitter von ſeinem Thiere ſtieg, als bringe er eine hochwichtige Kunde. Er band ſein Pferd an und ſchritt nun zum Portal, wo ihn Cajetana klingeln hörte, aber nicht weiter beobachten konnte. Daß es lange währte, ehe er wieder zum Vorſchein kam, fiel ihr nicht auf, denn wenn er eine Beſtellung an die Gräfin hatte und auf Antwort harren mußte, ſo lonnte wohl noch eine geraume Zeit vergehen, ehe er ſie erhielt, da es verboten war, die Gebieterin anders, als bei dringender Gefahr bringender Angelengenheit zu wecken. Deſto ungeduldi⸗ ger gebehrdete ſich der Tiger am Gitter, der als wohl⸗ erzogenes Wagenpferd der Einſamkeit nicht gewohnt war; er ſcharrte und ſprang am Zügel, mit dem er angebun⸗ den war, umher, bis es ihm gelang, denſelben zu ſpren⸗ gen und nun in ausgelaſſener Freiheit mit höchſt unan⸗ ſtändigem Benehmen gegen das Haus hin ausſchlagend davon zu laufen. ZJetzt lachte Cajetana, deren Solda⸗ tenblut immer rebelliſcher gegen die Convenienz auf⸗ hüpfte, zum zweiten Male und klatſchte, wie einſt als fröhliches Kind, in die Hände. Wie gern hätte ſie den Blick des alten Dieners beobachtet, mit welchem dieſer, bald darauf aus dem Hauſe tretend, die ſchändliche Flucht ſeines Streitroſſes bemerkte! Aber ſie konnte nur ſehen, 1860. IV. Im Strom der Zeit. III. 14