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in der Nacht erſt ſuchte, entriß. Die Dienerſchaft, wie es zu geſchehen pflegt, machte es ſich nun auch bequem, nur Cajetana, welche in dem bürgerlichen Hausweſen, wo ſie zur Jungfrau erwachſen war, das Frühaufſtehen gelernt hatte, wachte in der Regel ſchon Stundenlang, ehe ſich Leben im Hauſe regte.
Auch heute hatte ſie ſchon lange am Fenſter geſeſ⸗ ſen und in den winterlich hellen Morgen hinausgeſchaut, als ſich unten die erſten Zeichen erwachenden Lebens ver⸗ nehmen ließen. Da wurde ihre Aufmerkſamkeit durch einen Diener in herrſchaftlicher Livree gefeſſelt, welcher die Allee hervorgeritten kam. Sie blieb nicht lange zwei⸗ felhaft, wem er diene, denn er ritt eins jener wohlge⸗ nährten Tigerpferde, welche dem Auge der Soldaten⸗ tochter zu auffallend geweſen waren, um ſie ſo leicht wie⸗ der zu vergeſſen. Cajetana gab ſich dem erſten Eindrucke dieſer Erſcheinung hin, indem ſie für ſich fröhlich auf⸗ lachte. Das war wieder der alte herzige Klang des hei⸗ tern ungezwungenen Lachens, das ſie nicht erſt hier in der vornehmen Umgebung, ſondern ſchon in der langen Zeit ihrer Trauer und Kloſtereinſamkeit verlernt hatte. Heute erwachte die alte Laune wieder. Es kam ihr gar zu wunderlich vor, daß der Herr Vetter Reichsgraf— er hatte ſie ja nun feierlich anerkannt!— ſeinen Diener auf eins der dicken Kutſchpferde geſetzt, um nach Gumpendorf


