langen, ihn aus dieſem Zuſtande durch ihre Hand und Stimme zu befreien, aber ſie hatte bei einer frühern ähn⸗ lichen Gelegenheit einen furchtbaren Ausbruch tobenden Zornes hervorgerufen, den ſie erſt ſpät hatte beſchwich⸗ tigen können: ſie ſcheute ſich daher, dieſe Gefahr von Neuem zu beſtehen. Auch beruhigte ſich der Vater ſichtlich mit der Zeit und holte endlich tief Athem, wie von einer großen Laſt befreit. Dann lachte er auf einmal ſtill in ſich hinein, daß es der armen Tochter, wie ein greller Hohn auf ſeine Lage, durch die Seele ſchnitt.
„Nun verſuchen's Euer Gnaden— mein Schäfchen iſt in's Trock'ne gebracht!“ fing er darauf wieder an. „In's Trock'ne!“ Hier lachte er nochmals und lauter als zuvor.„In's Naſſe kann man doch nicht ſagen! Ja, ja, der Martin hat einen klugen Kopf, der heckt Anſchläge aus wie'n Zigeuner!— Und wenn Sie mich fortjagen, gnädiger Herr, es wird doch nicht anders. Es iſt ein⸗ mal weg, es iſt geſtohlen! Sie ſind reich genug, es iſt ja heut' Geld eingekommen— wenn Sie nur erſt hinge⸗ hen und Alles in Richtigkeit bringen, und dann erſt, wenn's ſein muß— Euer Gnaden wiſſen ſchon, was ich meine. Dann können die lieben Herren und Brüder ru⸗ pfen— ſie rupfen Ihnen doch nicht die Ehre aus.—— Ja, ja! Ich gehe ſchon, ich ſchnüre mein Bündel und gehe. Geſtohlen iſt es, ich hab's aber nicht geſtohlen,


