Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

238

meint, jedes Schickſal zu theilen, da ſie lieber mit Tag⸗ lohn von ihrer Hände Arbeit ſich in der Freiheit ernährt hätte, ſtatt die Verſorgung in einem niedrigen Dienſte an⸗ zunehmen, die man ihr zugedacht hatte.

Kathi erſchrack vor dieſer Rede.Gott ſei Dank! ſagte ſie, und es war wohl zu verſtehen, wie ſie das meinte. Es war eben zum Glück für Cajetana nicht ſo gekommen, wie ſie es damals gewollt hatte.

Nun erzähle mir aber auch, wie es Euch gegangen iſt, bat Cajetana, doch fühlte ſie ſelbſt, daß ſie hier wohl mehr fordere, als Kathi gewähren konnte, und ihre Bitte klang unſicher. Kathi lehnte ſie auch gleich ab.

Was könnte Ihnen das helfen? entgegnete ſie. Ich wollte Sie nur wieder ſehen und wiſſen, ob Sie nun recht glücklich ſind, und bitten, daß ich manchmal, wenn ich Zeit habe, wieder kommen darf

Du willſt nicht bei mir bleiben? rief Cajetana. Ich bitte die Gräfin um Erlaubniß dazu gewiß, ſie wird es mir nicht abſchlagen. Sagteſt Du nicht ſelbſt ſchon einmal, daß Du einſt bei mir bleiben wollteſt

Das geht nicht, das kann ich nicht, verſicherte Kathi betrübt.Ich bin ja meinem Vater ſo nöthig.

Für Deinen Vater kann doch auch geſorgt werden! Vertraue mir ganz, Kathi ſage mir Alles. Wir wollen dann zuſammen überlegen, was zu thun iſt. Die Gräfin hat mächtige Freunde.