auf die Anfrage des Thürſtehers blieb daher für den Moment aus, und da er von dem Mädchen, das er zu⸗ rückhielt, mit Bitten beſtürmt wurde, ſie zu ihrem Fräu⸗ lein, das ja ihren Namen gerufen habe, zu laſſen, und eben auch die ſcharf angezogene, wohlbekannte Glocke der Gräfin erſcholl, ſo ſetzte er der Fremden keinen Wider⸗ ſtand mehr entgegen. Sie flog, wie ein Pfeil, an ihm vor⸗ über, der dämmernden Helle des Aufgangs zu, von wo ſie Cajetana's geliebte Stimme vernommen hatte. Der Thürſteher ſchloß hinter ihr ſorgfältig die Pforte wieder zu, ſchlimmſten Falles war die Fremde nun eingefangen und das Fräulein mochte die Verantwortung ihres Ein⸗ laſſes übernehmen. Als er eben damit fertig war, kam die italieniſche Cameriera der Gräfin und fragte in deren Namen, was für ein Lärm am Portal geweſen, wodurch die Herrin aus dem Schlummer geweckt worden ſei, und er gab ihr Beſcheid, ſo weit er es konnte.
Unterdeſſen hatte Cajetana die Eingedrungene, wel⸗ che bei ihrem Anblicke außer ſich vor Freude wiederum wie damals an der Kirchenthüre zu ihren Füßen ſtürzen wollte, an ihr Herz gedrückt und mit ſich in ihr Zimmer geführt, wo dieſe unter Thränen ihre Hand mit Küſſen bedeckte und rief:„Hab' ich Sie endlich gefunden? Wie bin ich umhergeſtreift in ganz Wien, und habe ſo viel harte Worte geduldet, ehe ich erfahren konnte, wo Sie wären!“


