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Die Gräfin ſtreckte die Hand nach ihr aus und zog Cajetana, welche dieſelbe ergriff und weinend küßte, ſanft an ſich; ſie ſtreichelte ihr die Stirn, und dies ſtumme Zeichen des Mitgefühls gewann ihr das junge Herz mehr, als viel tönende Worte es gethan haben würden. Dann ſprach ſie:„Sei ſtill, mein Kind. Was Dir heut' geſche⸗ hen iſt, kann Dir wohl eine Weile ſchmerzlich ſein, aber die Freude darf es Dir nicht auf immer trüben. Vielleicht klärt die Zeit noch Alles auf; ich ſagte ja ſchon, daß An⸗ na's Bruder ganz anders denkt, als die verbitterte Seele ſeiner Schweſter. Ich hätte dem Rathe des Grafen Karl Fidelis, Deines Vormundes, längſt folgen und ſie, als ich Dich zu mir nahm, entfernen ſollen. Gräme Dich nicht, Tani. Wenn der junge Riedau zurück kommt— und wie ich höre, iſt Ausſicht dazu, daß es noch im Laufe des Winters geſchieht— ſo wollen wir offen mit ihm über die unglückliche Angelegenheit ſprechen und ihm aufgeben,
Kachforſchungen anzuſtellen, was ſich etwa noch darüber ermitteln läßt, vb noch Menſchen leben, welche darüber etwas wiſſen; er hat mir oft geſagt, daß er ſeiner Schwe⸗ ſter widerſprechen müſſe, und darum auch nicht ihren Willen gethan, die Sache wieder aufzunehmen; nun aber ſoll er es thun, um Deinen Vater glänzend zu recht⸗ fertigen. Sei darum getroſt, mein Kind, und wenn Dir ein Glück winkt, wie es vielleicht bald der Fall ſein wird durch die Gnade der römiſchen Königin, ſo freue Dich


