Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Faſſung. Endlich blickte Francesca auf und grade in das Auge des Mädchens, das gedankenvoll auf ſie gerichtet war.

Willſt Du mich wirklich verlaſſen? fragte die Gräfin mit ſanftem Vorwurfe, und dieſer Ton traf Caje⸗ tana's Herz.

Ich bin Ihrer Liebe nicht werth ich habe kein Recht auf den Platz, zu dem Sie mich erhoben haben.

Du biſt jung und unerfahren, erwiederte die Gräfin,es wäre vergebliche Mühe, Dir Alles er⸗ klären zu wollen, was mich beſtimmt hat, ſo und nicht anders zu handeln. Ich habe Dich herzlich lieb, Kind, und will nur Dein Beſtes. An eine Entfernung aus mei⸗ nem Hauſe iſt nicht zu denken. Wo ſollteſt Du hin? Im Kloſter findeſt Du keine Aufnahme mehr, es ſei denn, daß Du auf immer den Schleier nehmen wollteſt, wozu Dir, weil es nicht aus wahrem innern Glauben geſchähe, des Himmels Segen fehlen würde. Dein Vormund, ich wiederhole es Dir, hat Dich mir übergeben, und ohne ſeine Erlaubniß darfſt Du Dich nicht von mir trennen außer, wenn Dein Glück dadurch begründet wird. Sie hielt einen Moment inne; ihrem ſeelenkundigen Auge ent⸗ ging auch die leiſeſte Regung nicht, die ſich in Cajetana's Zügen verrieth, und ſie hatte das Wort mit Abſicht ge⸗ ſprochen, das in dem Herzen des jungen Mädchens viel⸗ leicht eine Saite anklingen ließ, ihr unbewußt. Ihre Er⸗ wartung war nicht getäuſcht worden, doch gab ſie durch