—————
————
als bei mir— kein Wort mehr, Cajetana! Es iſt mein Wille und der Wille Deines Vormundes, daß Du bei mir bleibſt.— Sie fragten mich, wann Sie reiſen werden, Anna. Uebermorgen ſpätſtens. Ich glaube, daß Sie weder von Wien, noch von Gumpendorf mit ſchwerem Herzen ſcheiden. Treffen Sié Ihre Einrichtungen. Und nun bitte ich, bei Tafel, vor den Domeſtiken, um eine ruhige Miene, Tani.“
„Vergönnen Sie mir auf meinem Zimmer zu blei⸗ ben,“ bat Cajetana.„Ich bin undankbar, ich weiß es, aber ich kann mir nicht helfen! Jeder würde mir anſehen, wie unglücklich ich bin, daß ich Unfrieden und Störung in dies Haus gebracht habe.“
Die Gräfin gab, ohne auf die letzten Worte ein⸗ zugehen, ihre Zuſtimmung und ſagte zu der Riedau: „So ſpeiſen wir heut' wieder einmal allein— bleib noch, Tani, ich habe mehr mit Dir zu reden.“ Auf dieſe Er⸗ klärung entfernte ſich Anna mit einer unterwürfigen Ver⸗ neigung, welche im ſchneidendſten Contraſte mit dem ver⸗ rätheriſchen Mienenſpiel ſtand, das ſie in dieſem Momente ſchwerer Prüfung nicht zu unterdrücken vermochte.
Gräfin Francesca ließ ſich nun in ihren Seſſel nieder und bedeckte ihre Augen mit der ſchönen Hand; ſo ſaß ſie eine lange Weile in tiefes Sinnen verloren und ſchien Cajetana's Anweſenheit ganz vergeſſen zu haben. Dieſe ſtand ihr gegenüber und gewann allmälig wieder


