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ganzes Benehmen, ſo oft von Ihnen die Rede war, zu der Ueberzeugung gekommen, daß zwiſchen Ihnen Beiden etwas vorgefallen iſt, was das gute Verhältniß getrübt hat, und kann die Urſache nicht erfahren.“
„Von meiner Seite, gnädige Gräfin, iſt Alles beim Alten geblieben,“ erwiederte Max ehrlich.„Ich liebe meine Schweſter noch, wie ſonſt, und— ſie thut mir leid, daß ſie ſich dieſer Verſtimmung hingegeben hat.“
„Aber die Urſache? Es muß doch ein beſtimmter Anlaß geweſen ſein.“
„Sie wünſchte, daß ich in einer alten traurigen An⸗ gelegenheit unſerer Familie Schritte thun ſollte, die ich nicht mit einem gegebenen Verſprechen in Einklang zu bringen wußte, und da ich feſt geblieben bin, iſt ſie leider noch nach einem Jahre böſe auf mich. Wir werden uns aber ſchon wieder verſtändigen.“
Die Gräfin kannte Anna beſſer, ſie konnte dieſe gut⸗ müthige Hoffnung des Bruders nicht theilen: eine Ver⸗ ſtändigung mit ihr war überhaupt ſchwer möglich, am wenigſten, wo ſie gekränkt zu ſein glaubte. Anna war un⸗ verſöhnlich.—„Dieſe alte traurige Angelegenheit betrifft wohl die Cronbergs?“ fragte die Gräfin.
Max bejahte es, da er ſeine Gönnerin durch die Schweſter von der Thatſache, wenn auch nicht von dem
1860. III. Im Strom der Zeit. II. 2


