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wurde etwas ernſter; fühlte ſie die Wahrheit, welche in Riedau's Erklärung lag, oder glaubte ſie darin für ihr ei⸗ genes Weſen, das mit dem der Trautſon wenig überein⸗ ſtimmte, eine unwillkührliche Anklage zu finden? Aber ſie war älter, ſie war Witwe, ſie hatte, wie ihr Stiefſohn einmal ganz richtig gegen Trautſon geäußert hatte, das wahre Glück der Liebe in der Ehe nie gekannt, wie es Maria Thereſia Weißenwolff in ihrer Verbindung mit dem edlen Manne gefunden, und es war darum wohl ſehr natürlich, daß ihr Weſen eine andere, ſelbſtändige Richtung angenommen hatte.
„Wiſſen Sie mir nichts Intereſſantes von meinem Sohne Karl zu erzählen? Hat das glückliche Verhältniß ſeines Freundes noch nicht den Wunſch in ihm erweckt, ſeinem Beiſpiele zu folgen?“
„Der Herr Graf hat mich darin nicht zu ſeinem Vertrauten gemacht,“ antwortete Max.„Ich habe nicht geſehen, daß er eine Dame vorzugsweiſe ausgezeichnet hätte, aber die Damen haben ihn ausgezeichnet, wenn mir die gnädige Gräfin dieſe Bemerkung erlaubt.“
„O mir dürfen Sie das ſchon ſagen, Sie ſchmeicheln meiner mütterlichen Eitelkeit und ich kenne mein Ge⸗ ſchlecht. Ihre Schweſter würde darüber freilich mit Ihnen eine Lanze brechen.— Sagen Sie mir, Max, was haben Sie mit Ihrer Schweſter gehabt? Ich bin durch ihr


