———
Bahn ſeiner Pflichten und bietet folglich keinen Stoff zu Bemerkungen. Iſt ſeine kleine Frau in der Geſellſchaft erſchienen? Hat ſie gefallen?“
„Ich glanbe, ſehr,“ erwiederte Riedau.„Ich habe wenigſtens nur rühmend von ihr reden hören.“
„Von wem?“ fragte die Gräfin raſch.
Riedau beſann ſich, konnte ſich aber nur des all⸗ gemeinen Eindrucks errinnern.
„Finden Sie die Gräfin Trautſon ſchön?“ fragte ſie, ihn ſcharf in's Auge faſſend, denn ſie hatte wohl be⸗ merkt, daß er bei ihrer vorigen Frage flüchtig erröthet war, und mußte hier auf den Grund kommen.
„Ja,“ erwiederte er unbefangen.
„Und das ſagen Sie einer andern Dame ohne alle Entſchuldigung?“ rief die Gräfin lachend.„O Ihnen fehlt doch noch ſehr viel zu einer vollendeten Hofbildung. Ich nehme mein Wort über Ihre ambaſſatoriſche Ge⸗ ſchicklichkeit zurück. Sie haben noch viel zu lernen! Dies kurze Ja iſt unvergleichlich naiv. Was finden Sie an der Trautſon beſonders ſchön?“
„Ihr liebliches, frauenhaftes Weſen,“ antwortete Max, ohne ſich einen Moment zu bedenken.
„Sicuro!“ verſetzte die Gräfin mit dieſem vieldeu⸗ tigen, dem deutſchen:„So!“ nur halb entſprechenden Ausruf ihrer italieniſchen Mutterſprache. Ihre Miene


