Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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hatte, hob die Reize ihrer zierlichen Geſtalt. Max ſprang auf und verneigte ſich vor ſeiner Beſchützerin, welche ſich in den Armſeſſel niederließ, welcher für ſie am Kamin ſtand.

Wahrheit, junger Herr! fuhr ſie fort, auf ihrer Frage, welche unbeantwortet geblieben war, beſtehend.

Es ging mir viel tolles Zeug durch den Kopf, gnädige Gräfin, das bei Ihrem Eintritt verſchwunden und vergeſſen iſt, wie ein Traum vor der aufgehenden Sonne.

Nicht übel ausgeredet mit einer Schmeichelei, er⸗ wiederte ſie,wenn auch das Vergeſſen nicht wahr iſt. Sie haben Ihren ſchönen Traum nicht vergeſſen, und ich ſehe das. Aber ich will nicht weiter in Sie dringen, ſon⸗ dern vielmehr Ihnen helfen zu des Traumes Erfüllung, welcher doch wohl in einem der ſchönen Feſtabende wur⸗ zelt, welche Sie Ihrer fürſtlichen Gönnerin, der Frau Marſchallin, verdanken, oder wie ſie es lieber hört, Ihrer Durchlaucht, der Prinzeſſin von Holſtein.

Die Gräfin irrte. Sie nahm an, daß eine von den ſtrahlenden Schönheiten aus den vornehmſten Geſchlech⸗ tern Oeſterreichs, welche zu allen Zeiten den Kaiſerhof und die erſte Geſellſchaft der Kaiſerſtadt geſchmückt ha⸗ ben, dem unbewachten Herzen des jungen Offiziers ge⸗ fährlich worden ſei, und er ſich nun in lieblichen Träumen