Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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ſah Fräulein Riedau in der That ihren Bruder, der vor der Gräfin, welche ſich im Wagen vorgeneigt hatte, ſeinen Hut zog und dem Kutſcher winkte, weiter zu fahren. Er ritt nun neben dem Schlage.

Ich erfuhr den Tag und die Zeit Ihrer Ankunft, gnädige Gräfin, und konnte mir nicht verſagen, Ihnen entgegen zu reiten. Sie kehren doch recht geſund zurück?

Leider noch nicht ganz, lieber Max. Aber Sie ſind ein aufmerkſamer Freund, ich danke Ihnen. Was gibt es Neues in der Stadt? Wer ein paar Monate abweſend war, findet oft eine neue Welt.

Sie haben ſehr viel verſäumt. Den Einzug der römiſchen Königin und die Vermählungsfeierlichkeiten das war prachtvoll. Die Frau Marſchallin von Rabutin verſchaffte mir die Gelegenheit, Alles ſehen zu können.

Das ſollen Sie mir gelegentlich erzählen. Beſchrei⸗ ben Sie mir die Königin. Iſt ſie ſchön?

Nicht eben regelmäßig ſchön von Geſicht, aber majeſtätiſch gewachſen, von prächtiger Haltung und einem leichten ſtattlichen Gange.

Sie iſt acht Jahre älter, als der König! ſagte die Gräfin.

Das weiß ich nicht, erwiederte Max.Sie hat aber, wie ich gehört habe, den ganzen Hof ſeit ihrer Ankunft durch ihre Liebenswürdigkeit bezaubert, und noch jetzt nach