Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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blanken Reitern nachſchauten: das war nun einmal Sol⸗ datenmanier. Die jungen Mädchen freilich thaten es ver⸗ ſtohlen und ſchämten ſich, wenn ſie dabei ertappt wurden. Heut' bemerkte aber Frau Riedl, daß der vorderſte Rei ter, da er ſchon faſt vorüber war, eine raſche, gleich⸗ ſam ſchreckhafte Bewegung machte, ſich nochmals im Sattel umdrehte und in die Steigbügel ſich erhebend, mit der Hand auf den Sattelkranz geſtützt, ſtarr nach den Fenſtern ſah.

Sie hat ſich gezeigt! rief Frau Riedl.In ihrem Trauerkleide hat ſie ſich den Soldaten gezeigt! Siehſt Du, Anton, daß es die höchſte Zeit iſt, ſie aus dem Hauſe zu ſchaffen? Komm nur gleich zum Eſſen mir wird heut' kein Biſſen ſchmecken, bis ich mir Rath geholt habe. Vor den Soldaten iſt ſie an's Fenſter ge⸗ gangen!

Konnte die alte Frau das Gefühl wohl verſtehen, welches die Verlaſſene ergriff, als ſie Hufſchlag und Waffenklang, die vertrauten Töne ihrer Kindheit, ver⸗ nahm, die ſie jedesmal mit Stolz und Entzücken erfüllt hatten, wenn ſie ihren Vater mit Stahlhaube und Küraß, das lange funkelnde Schwert in der Hand, auf hohem Roß an der Spitze ſeiner Schaar erblickte? Ihr war es, als würde ſie inmitten der Waffengenoſſen ihres Vaters