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nicht verlaſſen und verhöhnt ſein, wie hier, als würden dort ritterliche Herzen ſich ihrer ſchützend annehmen und ihr eine Freiſtatt bereiten, da ſie hier ausgeſtoßen wurde in Schmach und Niedrigkeit! Ein Moment war es frei⸗ lich nur, daß dieſer phantaſtiſche Gedanke ſie unwillkür⸗ lich hinriß, einen Blick gleichſam hülfeſuchend hinab zu werfen, und ſie bebte, über ſich ſelbſt erſchrocken, ſchnell wieder zurück. Aber es ſchien, als habe der kriegeriſche Anblick, der ſich geboten, der Stahlblitz, der ihr Auge ge⸗ troffen hatte, ihre Kraft geſtärkt und ſie zu dem Ent⸗ ſchluſſe geführt, ihr Haupt dem fremden Willen nicht zu beugen. Ein treues Herz lebte ihr ja doch noch in der Welt, ſie hatte es heut' an dem ihrigen ſchlagen ge⸗ fühlt! Lieber wollte ſie in der elenden Hütte zu Meidling Armuth und Entbehrungen mit den Menſchen, die ſie lieb hatten, theilen, lieber dort in der Freiheit mit ſchwer⸗ ſter Arbeit ſich erhalten, als ſich erniedrigen vor der Frau, die ſich urplötzlich in ihrem Unglück ſo grauſam gegen ſie gezeigt hatte! Cajetana war noch ſehr jung, daß ſie ſich ſolchen Gedanken hingeben konnte— wie wenig kannte ſie die unerbittliche Wirklichkeit des Lebens!—
Auf der Straße entſtand unterdeſſen eine Unruhe, die Nachbarn traten vor den Thüren zuſammen, um ſich die Nachricht mitzutheilen, welche ein Dragoner


