Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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ſich aber auch gar nicht um ſie, ſondern jagte wie raſend, daß der Staub hinter ihm hoch aufwirbelte, der Stadt zu. Am lieben Sonntag! dachte Kathi mißbilligend, und lenkte wieder in ihren vorigen, geraden Pfad ein, wo ſie den Reiter bald vergaß, um ſich ausſchließlich mit ihrem Fräulein zu beſchäftigen. Was ſollte nun mit ihr wer⸗ den? Sie hatte ſchon mit ihrem Vater viel davon ge⸗ ſprochen, der war aber viel zu ſehr auf ſeine eigenen An⸗ gelegenheiten verbiſſen geweſen und hatte ſich niemals recht ausgelaſſen. Nur geſtern war er etwas mehr darauf eingegangen, als Kathi klagte, daß ſie das Fräulein gar nicht zu ſehen bekomme, und daß es ihr doch unmöglich bei Frau Riedl, wenn ſie keinen Rückhalt mehr am Herrn Vater hatte, recht gut gehen könnte.Laß nur, Kathi, hatte er geſagt,wenn Alles mit mir in Ordnung iſt, werd' ich ſelber einmal hinein laufen und mit dem Fräu⸗ lein reden.

Hätte das treue Mädchen in dieſem Augenblicke, wo ſie ſo zärtlich ihrer gedachte, Cajetana ſehen können, was würde ihr Herz empfunden haben! Gleich nach der Rückkehr aus der Kirche hatte Frau Riedl nur eben die Goldhaube und das Staatskleid aus ſchwerem Stoffe abgelegt, ſo begab ſie ſich in Cajetana's Zimmer, wäh⸗ rend ihr Gatte ſich, nach einem letzten Verſuche, ſie auf beſſere Gedanken zu bringen, in ſeine Schreibſtube ein