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werde ſehen dürfen, und hatte getreulich Tag für Tag ſich in die Nähe des Hauſes geſchlichen, um zu belauſchen, ob Cajetana nicht zu einer andern Stunde, als der des ſonntäglichen Gottesdienſtes das Heiligthum, deſſen Pfor⸗ ten ja den Gläubigen zu jeder Friſt unverſchloſſen ſind, ſuchen werde, um dort vor der Mutter aller Gnaden ihr Herz auszuſchütten. Aber erſt heute bei der Meſſe hatte ſie die Trauernde zuerſt erblickt und ihr ohne Furcht vor der harten Frau, die ihr die Schwelle ihres Hauſes ver⸗ boten hatte, ein Zeichen ihrer Liebe gegeben. Zufrieden verließ ſie nun die Stadt, um zu ihrem Vater zurück⸗ zukehren, der ſchon wieder leidlich im Freien ſich ergehen konnte und ihrer unmittelbaren Hülfe nicht mehr be⸗ durfte. Sie hatte ihm verſchwiegen, was ihr bei jenem Gange in die Stadt am Kärnthnerthurme und vor dem Hauſe der Frau Riedl begegnet war, aber zwei Tage lang hatte ſie wie ein Spürhund auf jedes Zeichen ge⸗ achtet, das ihr die Annäherung einer Gefahr verkündigen konnte, um dann ſogleich den Vater zu warnen und mit ihm den ſichern Verſteck zu ſuchen, wo Niemand ſie ſo leicht finden mochte. Als nun Alles ruhig blieb, gab ſie ſich der Hoffnung hin, daß man ihrer um Cajetana's willen verſchont und von dem Wilde, das man bei ihr geſehen, keine Anzeige gemacht hatte; denn wäre das ge⸗ ſchehen, ſo würde der Wildmeiſter keinen Augenblick ver⸗


