Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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228 und fragte ihn ſo unbefangen, als möglich:Ob er ſich nicht des verlaſſenen Mädchens annehmen werde?

Wie käme iſt dazu? rief Cronberg ganz erſtaunt.

Bedenken Sie doch, daß ſie, mag es von Alters her gekommen ſein, wie es will, Ihren Namen trägt.

Den werde ich ihr abcomplimentiren! rief der Reichsgraf.Sie ſoll ihr Recht darauf beweiſen.

Das möchte manchem vornehmen Geſchlechte ſchwer fallen, ja dem älteſten Adel, der nicht verbrieft, ſondern vor der Urkundenzeit errungen iſt, am ſchwerſten. Was kann übrigens das arme Mädchen dafür? Soll ſie nun von der Gnade einer bürgerlichen Familie leben, die durchaus keine Verpflichtung hat, ſie bei ſich zu behalten?

Ich kann ihr nicht helfen ich kenne ſie ja gar nicht

Wären Sie geneigt, ſie ſich vorſtellen zu laſſen?

Ach, um des Himmels willen nein! Sie kann doch hier nicht zu mir kommen!

Das nicht aber wenn meine Stiefmutter Sie bäte, ihr einmal einen Beſuch zu ſchenken, und Ihnen dort das Fräulein von Cronberg zuführte?

Nein, nein! rief der Reichsgraf und hob ſeine dik⸗ ken, weißen Hände beſchwörend auf.Das iſt gar nicht möglich. Meine Ruhe, meine ganze Exiſtenz wäre dahin!

Ich miſche mich nicht in fremde Angelegenheiten.