15
der Reiter verſchwand in der ihm bezeichneten Richtung, ſobald er die Höhe gewonnen hatte.
„Zeig' her!“ ſagte der Alte, nachdem die glänzende Erſcheinung verſchwunden war, der das Mädchen, ſo lange ſie konnte, mit weit offenen Augen nachſchaute. Sie hatte den Ring, den ihr der Fremde zugeworfen hatte, nicht aufgefangen und ſuchte ihn erſt jetzt am Boden, wo er lag. Es war ein einfacher Goldreif mit einem blauen, funkelnden Steine; für eine Männerhand ſchien des Rin⸗ ges Umfang auffallend klein.
„Leichter hab' ich mein Lebtag nichts verdient,“ ſprach der Alte und beſah mit freudelachenden Blicken das Kleinod, das ihm das Mädchen gereicht hatte.„Schwer iſt's nicht“— er wog es in der Hand—„aber der Stein iſt ein Saphir— der hat beſondere Kräfte. Wer mag der junge Herr geweſen ſein?“
Er ſteckte bei dieſen Worten den Ring ruhig in ſeine Taſche. Das Mädchen war aber nicht geſonnen, ihm das Geſchenk zu überlaſſen.„Der Herr hat mir den Ring ge⸗ geben—“ ſagte ſie zögernd.
„Ja, ja! Das iſt ſchon recht!“ lachte der Alte.„Er ſoll Dein bleiben, ſo lange wir ihn behalten— aber eben, Kind! lange wird das nicht ſein.— Nun, ſchau mich nicht ſo groß an. Hol' die Büchſ' aus dem Strauch— wir wollen weiter darüber reden. Hörſt Du? Sie blaſen
3 3
1 1 3 1 3 1 3 1 1* 1 3 † 18 9


