Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

250

mit bei der Sendung, welche er an den König von Böhmen und Ungarn abgeſchickt, ich hoffe auf mehr und kann ich einſt meinen eigenen Herd gründen, da ſeid Ihr alle bei mir.

Chriſtine freute ſich dieſer Hoffnung und knüpfte daran mehr, aber für ſich nicht. Sie konnte auch nicht glauben, daß die Mutter ſich in ſolcher Lage auch bei ihrem liebſten Kinde glücklich fühlen werde doch ſchwieg ſie vor der Hand und überließ es der Zukunft, die Verhältniſſe neuzugeſtalten.

Alle Mitglieder der Familie waren ſchon ver⸗ ſammelt; der Landeshauptmann hatte einen Gaſt mitgebracht, Herrn Erdmann von Haugwitz, welcher noch nie mit einer ſolchen Unbeholfenheit aufgetreten war als dießmal. Er wußte wohl, daß er viel⸗ leicht nur ſeinem alten Freunde Heinrich willkommen war und alle andern ihn mißtrauiſch anſahen, und hätte er nicht vorher einen verzweifelten Entſchluß gefaßt, den er bei dieſer Gelegenheit am beſten aus⸗ zuführen hoffte, ſo würde er ſeinen Bundesgenoſſen nicht begleitet haben. Dieſen Entſchluß wollte er am Tage nach ſeiner Ankunft in voller Familienver⸗ ſammlung zur That werden laſſen, er ſtärkte ſich dazu durch einen gewaltigen Morgentrunk Ungarwein und lief dann hinaus in die kalte Winterluft wohl eine