Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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251 Stunde weit, um ſich zu ſtählen gegen alle Rückſich⸗ ten. Als er jedoch auf der Heimkehr war, ſank ihm der Muth wieder, er malte ſich das Bild, in wel⸗ chem er als Vortragender die Hauptfigur ſpielen ſollte, ſchrecklich aus und ſchlich endlich durch die Hin terthüre in das Schloß, um kein Aufſehen zu erregen. An der Thüre des Saales, wo alle zuſammen waren, horchte er, wie fröhlich und laut klangen die Stim⸗ men! Leiſe öffnete er und das erſte, was er ſah, war ein Paar, Hand in Hand, im Mittelpunkte des Kreiſes, der ſich in lebhafter Aufregung um dasſelbe gruppirt hatte: Bernhard und Bärbchen! Da bemerkte ihn, wie er gleichſam verzaubert in der offenen Thüre ſtand, der Landeshauptmann.Nur herein, Alter! Ihr kommt zu ſpät hier iſt alles ſchon in Rich⸗ igkeit! Ich bin Euer Vormund geweſen!

Bernhard eilte, den Freund zu umarmen, ihm zu ſagen, daß er erſt in dieſem Augenblick gehört, was er für ihn gethan habe, ihm zu danken und ſein Glück zu verkündigen. Haugwitz ſchlug ſeine großen Hände zuſammen und rief aus vollem Herzen⸗ Gott ſei Dank! Wo iſt das Fräulein Braut? Dieſe hatte ſich in ihrer reizenden Verwirrung zu Chriſtinen zurückgezogen und Erdmann ſtockte, als er ſeine Pathe jetzt auch bemerkte ob ihm der heiß