ſich allein darin, er eilte ihr offenen Armes ent⸗ gegen—„Chriſtine!“ rief er freudig. Sie erkannte ihn an der Stimme, eh' die ſchwache Beleuchtung ſeine Züge erhellte. Es war ihr Bruder Da ſchmolz das Eis ihrer äußern Ruhe, mit lautem Freuden⸗ ruf drückte ſie ihn an ihr Herz und gab ſich ganz ihren liebevollen Gefühlen hin, die ſie ſonſt zu ver⸗ bergen wußte, ſo daß ſie nur zu oft verkannt wurde. —„Ich weiß, Du reiſeſt nach Schleſien— ich begleite Dich,“ ſagte er.
Sie tauſchten nun Fragen in raſcher Folge aus: er hörte mit Erſchrecken, daß die Eltern die Heimath ganz verlaſſen wollen; von allem, was ſich zuge⸗ tragen hatte, wußte er nichts, er hatte keine Nach⸗ richt erhalten, ſeit er ſich in Innsbruck von Haugwitz getrennt und blickte unwillig auf, als er hörte, daß er Läßnitz gekauft habe. Das Schreiben, von dem wir wiſſen, hatte ihn alſo verfehlt. Bärbchens Name war zwiſchen den Geſchwiſtern noch nicht genannt worden— Bernhard glaubte noch immer, was ihm einſt geſagt worden war; ſein Herz war traurig, wenn er an ſein verlornes Paradies dachte, aber wiſſen mußte er, ob Bärbchen glücklich ſei und er fand endlich den Muth zur Frage— wie hätte


