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Ferne ſehr erſchwert, faſt unmöglich geworden. Nur dadurch ließ ſich erklären, daß keine Nachricht ein⸗ ging und die Antwort auf das inhaltreiche Schreiben ausblieb, welches Haugwitz wie ein Beichtbekenntniß an ſeinen jungen Freund, der mit dem Kaiſer am Rhein oder im Niederland weilte, gerichtet und auf ſicherm Wege abgeſchickt hatte. Wie gut nun, daß er nicht vor der Zeit mit Bärbchen geſprochen! Was hätte das arme Kind jetzt denken, wie ſehr ſich här⸗ men müſſen! Sie war aber voll ſanfter Heiterkeit, vielleicht mochte der Großvater, als er ihr Herz zu ergründen ſuchte, ihr doch etwas verrathen haben, denn ſie war zuweilen, wenn ſie niemand beobach⸗ tete, in einer räthſelhaft wechſelnden Stimmung voll Weh und Wonne. Daß der Großvater nicht unge⸗ duldig über das Schweigen Bernhard's wurde, daß er es nicht ſchlimmen Urſachen zuſchrieb, bewies ſeine ungeſchwächte Geiſteskraft. Er hätte ſo gern auch mit ſeinem Sohne Heinrich und deſſen Frau geſpro⸗ chen, weil Wanda mit dem Entſchluſſe umging, die Gegend ganz zu verlaſſen, wo ihr die Abhängigkeit im Hauſe ihres Sohnes, mit deſſen Gattin ſie nicht recht ſtimmte, unerträglich wurde: nach Polen wollte ſie mit ihrem Gatten, den ſie dafür bereits gewon⸗ nen hatte, ziehen und dort in der Verborgenheit


