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welche ſchon Perlen auf ſeine Stirn treten ließ, gab einen tiefern Sinn zu erkennen— es durchzuckte ſie und die lichten Roſen auf ihren Wangen glühten auf zum dunkelſten Karmin.
„Was fabelt Ihr da?“ ſprach der Landeshaupt⸗ mann.„Geh', Bärbel, ſorge für unſern Gaſt.— Nun, Erdmann, Ihr ſeid willkommen. Was bringt Ihr uns für Kunde aus dem Reich und Wälſch⸗ land? Habt Ihr meinen Enkel geſehen und wie geht es ihm? Ich habe ihm harte Worte geſagt, eh' er ging— das thut mir leid.“
So in das richtige Geleis zurückgeführt, erkannte Haugwitz, daß er ſich nicht in unbekanntes Fahr⸗ waſſer mit blinden Klippen wagen, ſondern am Lande auf vernünftigen Wegen ſich forthelfen müſſe und ſtaunend, wie er das nächſte und beſte über⸗ ſehen, beſchloß er, ſich dem Landeshauptmann zu ent⸗ decken und alles in ſeine Hand zu legen; dadurch war er ja aller Schwierigkeiten überhoben.
Der Großvater hatte ſeine Mittheilungen ſchwei⸗ gend angehört, nur von Zeit zu Zeit das ſchöne blaue Ange auf ihn gerichtet, das in ungetrübter Klarheit ſtrahlte. Ein Zug ernſter Strenge, welcher anfangs hervorgetreten war, hatte ſich allmälig in Milde und zuletzt in freudige Rührung verwandelt.—


