Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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eine gewiſſe Befangenheit, eine Art verſteckter Freude aufgefallen war.

Oder, mir fällt noch etwas ein! rief Linden. Er heirathet unſere Chriſtine

Du träumſt! entgegnete Wanda unwillig. Chriſtine! Was ſie damit ſagen wollte Chri⸗ ſtinen's Sinn, ihr Herz, ihre Lebensanſicht betreffend, die Unmöglichkeit, daß ſie ſich noch zu einer Ver⸗ bindung entſchließen, oder in einer ſolchen ihr Glück finden könne, ging dem Gatten verloren, der aus⸗ führlich ſeinen neuen Gedanken beſprach und nicht ganz Unrecht hatte. Dem guten Haugwitz war es wirklich einmal eingekommen, wenn er noch auf ſeine alten Tage, wie doch mancher gethan, heirathen wolle, wäre kein Mädchen, das er lieber zur Frau nähme, als ſeine Pathe; aber ihm war doch bei der Idee gleich ſo heiß geworden, daß er ſie längſt aus ſeinem Kopfe wieder verbannt hatte. Sonſt würde er auch nicht ſo unbefangen von einer Reiſe nach Kloſter Marienſtern geſprochen haben. Er reiſte übrigens vor der Hand erſt nach Glogau, um bei der Kammer des Fürſtenthums ſeinen Kauf in Ordnung zu bringen und noch ein anderes Geſchäft zu einem glücklichen Ende zu führen, das ihm beſondere Freude zu machen ſchien, denn er lächelte ſtets, wenn er daran dachte,

4.