ſah, doch war er zu wenig Menſchenkenner, um etwas darin wahrzunehmen. Sie erwiederte, daß ſie ihre Tochter bald ſelbſt zu ſehen hoffe und bat ihren Gatten, anſpannen zu laſſen, da es die höchſte Zeit zur Rückfahrt ſei.
„Aber Du haſt ja noch gar nichts geſehen? Du wollteſt den Garten, die Erbgruft—“
„Laß nur!“ unterbrach ſie ihn.„Ich habe Läßnitz im ganzen noch einmal geſehen und bin damit zufrieden.“
„Ihr werdet es öfter ſehen, immer ſehen!“ rief Haugwitz.
Sie reichte ihm die Hand und ſchüttelte ſanft den Kopf— ihr ernſter Wink bedeutete Linden, die Abreiſe zu beſchleunigen, und es drückte dem ehrlichen Haugwitz faſt das Herz ab, daß er ſie ſcheiden laſſen mußte, ohne ihr ſein Geheimniß zu entdecken. Aber er hatte ſich ſelbſt ein zu theures Gelöbniß darauf geſetzt.—„Denke an mich, was ich Dir jetzt ſagen werde,“ äußerte Linden unterwegs.„Der Erdmann mag zu dem Gelde gekommen ſein, wie er will, ge⸗ nug, er hat Läßnitz— Kinder hat er nicht, er ver⸗ macht es unſerer Chriſtine, ſeiner Pathe.“
Wanda verwarf dieſen Gedanken, obgleich ihr ſelbſt an Haugwitz, der ſich wenig verſtellen konnte,


