Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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hatte ihn jedoch erſt durch Haugwitz ſelbſt erfahren und äußerte, es ſei doch beſſer, daß das Gut in befreundete Hände gekommen.

„Lieber in ganz fremde,“ erwiederte Wanda, „daß wir nie wieder etwas davon hörten! Sehen werden wir es ohnehin heute zum letztenmale!“

„Ich begreife nur nicht, wo der Erdmann das Geld herhat!“ ſagte Linden. Wenn er nur nicht denkt, weil er doch ein alter Freund iſt, daß wir ihm—“

Erdmann's Eintritt unterbrach die Gedanken ſeines Freundes, er brachte Bernhard's Brief ſauber eingewickelt in ein buntes, lombardiſches Tuch, das nach dem feinſten Wohlgeruch duftete. Wanda nahm ihn mit einem freundlichern Blicke als bisher, in

Empfang und zog ſich, ohne zu entſchuldigen, was ſich von ſelbſt erklärte, in die Laube des Pfarrgartens

zurück, um zu leſen.

Welche Gefühle ergriffen ſie bei den Mitthei⸗ lungen, die dem Papiere anvertraut waren, weil Bern⸗ hard, Aug' in Auge mit der Mutter, nicht den Muth gehabt hätte, ihr alles zu ſagen! Wanda las— ein Zucken, eine flüchtige Bläſſe bekundeten den erſten Ein⸗ druck, welchen Schlabrendorff's Tod auf ſie machte, dann ſtieg plötzlich eine lichte Glut in ihr Antlitz,