Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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* Weſen,

als ſei die Zeit der Jugend zurückgekehrt, war es die Röthe der Scham oder des Zornes oder erwachte eine an⸗ dere Regung, welche ſie einſt ſiegreich bezwungen hatte, durch des Räthſels Löſung, die ſie nie geahnt, wie durch einen Zauberſpruch vom Tode erweckt2 Sie ließ die Hand mit dem Briefe auf ihren Schvoß ſinken, die andere verhüllte ihre Stirn, auf welcher die Sorgen der letzten Zeit ihre Linien eingegraben, das Rabenhaar mit den erſten einzelnen Silberfäden vorzeitig durch⸗ ſponnen hatten. Ihre ſchlanke Geſtalt, welche den⸗ noch immer die Anmuth der Zugend bewahrte, lehnte ſich, wie ſie nie gewohnt war, der Stütze bedürftig zurück aber es war nur ein vorübergehender Mo⸗ ment der Schwäche. Unwillig über ſich ſelbſt richtete ſie ſich ſchnell auf und las, ihre Gefühle bezwingend, bis zu Ende.

War es das, ſo hätte es ihn heiligen, nicht in wüſtes Leben ſtürzen müſſen er war ein Mann, er konnte kämpfen und ſiegen glaubte er wirklich, daß mein Kind ihn ſuchen könne, aller Weiblichteit zum Hohn, wie konnte er ſie kränken, mit frecher Rede ihr reines Herz beſchimpfen! Im Wahnſinn! So ſprachen ihre Gedanken. Was ſie ſelbſt da⸗ bei unbewußt verſchuldet, durch ihr heiteres, freies wie es der Polin angeboren, durch ihren