als ſich die Aufregung in der Stadt gelegt und ein geordneter Zuſtand wiedergefunden habe: er glaube zwar, da er perſönlich allen Einwohnern bekannt ſei, für die Sicherheit eines jeden, der ihn begleite, ein⸗ ſtehen zu können, ſich aber unter den Schutz eines ſchlichten Bürgers zu begeben, könne er einem Kava⸗ lier, der ſchon in den ägeiſchen Gewäſſern gegen den Halbmond gekämpft, nicht zumuthen. Damit hatte er den beſten Beweggrund getroffen, ſeinen Gaſt zurückzuhalten, deſſen Begleitung ihm bei der jetzigen Lage der Dinge, welche ihn vielleicht abge⸗ ſtoßen hätte, nicht lieb war
Bernhard ſtand am Fenſter und ſah nach dem Flügel hinüber, wo er geſtern das Licht und bei der Morgendämmerung die ſchnell verſchwindende Geſtalt vemerkt hatte, die er für Fiorina gehalten. Das Gitter war geöffnet, und faſt in demſelben Moment, als Bernhard's Blick hinüberflog, füllte ſich der Rahmen mit dem Bilde, das ihm vor der Seele geſchwebt: Fiorina in aller Pracht ihres königlichen Wuchſes, deſſen reizende und edle Formen das häus⸗ liche Morgenkleid nach Landesſitte wenig verhüllte, bleich zwar ihr Antlitz, aber nicht krankhaft! Der Blitz ihres Auges, der das ſeinige traf, verrieth kein Leiden oder Schmachten, er war feurig und kühn,


