Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ihm allzubeleidigend für Diodati— dieſen konnte er nicht fragen, auch würde er keine Wahrheit er⸗ langt haben. Fiorina hätte ihn gewiß, wie er ſie zu kennen glaubte, rückſichtslos aufgeklärt. Er glaubte wirklich Fiorina zu kennen! Und ihre eigene Mutter hatte vor kaum einer Stunde gegen ihren Bruder, Marco Marani, geäußert, daß ihr das Herz ihrer Tochter ſei wie ein Buch mit ſieben Siegeln.

Die Verſammlung trennte ſich, und Filippo ging bald darauf aus, um ſich von dem Zuſtande in der Stadt zu überzeugen. Bernhard blieb ſich wieder ſelbſt überlaſſen: das ganze Haus war zwar, wie ſein Wirth ſich ausgedrückt, zu ſeiner Verfügung ge⸗ ſtellt, aber er hielt es für unbeſcheidene Nengier, ſich darin umzuſehen, ſondern zog ſich wieder auf ſein Zimmer zurück, wo ihm nur die Ausſicht auf den mit Epheu umſponnenen Hof blieb, deſſen Spring⸗ brunnen ihm jetzt das einzig lebendige im Hauſe ſchien. Die rauhe Jahreszeit machte den Aufenthalt im Freien unerquicklich, ſonſt wäre er durch das Spitzbogenthor in den Garten gegangen, aber was hätte ihm der Anblick entblätterter oder traurig voll Schnee hängender Gewächſe gefrommt? Am liebſten würde er Filippo begleitet haben, dieſer hatte jedoch ausdrücklich abgemahnt, eher die Straßen zu betreten,

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