Weib, nicht als Liebchen blos, deſſen Kuß Euch Sünde iſt, ſondern zur treuen Gattin. Trinkt aus, ſag' ich, ſeid Ihr ein Deutſcher und fürchtet Euch vor einem Becher Wein?“
Bernhard that Beſcheid und fragte erregter, als er bis jetzt geweſen war, Filippo Diodati, ob er Nachrichten aus Brescia habe, und ob ſeine Frau von ihrer Krankheit damals bald geneſen ſei.
„Sie iſt wieder geſund,“ antwortete Filippo kurz.
„Dank der Pflege Eurer Tochter, nicht wahr?“ fragte Bernhard, immer freier werdend von der Schüchternheit, die ihn bisher abgehalten hatte, Fra⸗ gen zu thun, welche ihm ſehr am Herzen lagen.
„Meine Tochter hat ihre Pflicht gethan,“ er⸗ wiederte Diodati.
Gern hätte Bernhard weiter geforſcht, aber ſo geläufig er nun italieniſch ſprach, fand erkeinen rech⸗ ten Grund zu gerader Frage:„Ihr hofft alſo, daß nun die Stunde Eurer Heimkehr bald ſchlagen wird?“ lenkte er in andere Richtung ein„Die Franzoſen ha Brescia noch immer beſetzt?“
J Herr,“ antwortete ſtatt des Bru⸗ ders der Goldſthmied.„Doch hat ſich nun die Lage der Dinge gebeſſert, denke, da Eure Galeere
noch eine erwüͤnſchte Vezſtärkung an Epirbten, die


