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habt Ihr das Wort. Eine bloße Sklaverei— Ihr verkauft Leib und Seele, und wär's dem Dienſte des Herrn und Heilandes noch, wie in alter Zeit, wohlgethan! wollt' ich dazu ſagen, und Amen! Aber wem verkauft Ihr Euch jetzt, wem? Wärt Ihr ein Franzoſe, gut, ſo ſtände Euch wenigſtens mit dem weißen Kreuze eine reiche und weite Ausſicht offen, aber Ihr, ein Deutſcher? Wißt Ihr nicht die alte Sage, daß wenn einmal ein Deutſcher Groß⸗ meiſter wird, der Orden untergehen ſoll 2*) Du ſchüttelſt mißbilligend den Kopf, Filippo— mir hat es ein Vetter des jetzigen Großmeiſters Aymar von
Ambviſe, heißt er nicht ſo, Signor? ſelbſt geſagt,
als er ſich hier einen Schmuck für ſeine Mye, wie die Franzoſen ihre Liebchen nennen, beſtellte. Nun habt Ihr auch darin Erfahrungen gemacht, Signor Bernardo? Wie ſteht es mit dieſem Ordensge⸗ lübde? O lieber Herr, Ihr habt wohlgethan, Euer
freier Herr zu bleiben, Ehre gewinnen könnt Ihr
aller Orten, und wo es Euch dann gefällt, da baut
Ihr Euch das eigene Haus, nehmt 5 ein ſchönes
*) Dieſe wirklich verbreitete Sage iſt in Erfüllung ge⸗ gangen. Der letzte war ein Deutſcher:
von Hompeſch. Bonap
entriß ihm Malta.


