Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Euch ehrlich das eingeſtehen, damit Ihr mir weitere Friſt gebt.

Sollt ſie haben, ſolange Ihr wollt, da Ihr in Eurem Stolze als deutſcher Edelmann verſchmäht, die Paar Zecchinen von einem venetianiſchen Gold⸗ ſchmied anzunehmen. Kommt denn.

Sie gingen am Dogenpalaſte vorüber, deſſen Wunderbau in ſeiner rothen Marmorpracht die Blicke des Fremden von neuem auf ſich zog, zum Campa⸗ nile, dem freiſtehenden merkwürdigen Glockenthurm, von welchem er bei erſter Anweſenheit im vorigen Spätſommer das entzückende Abendbild zu ſeinen Füßen betrachtet hatte, und von dort, wo der Mar⸗ kusplatz ſich eröffnet, rechts biegend ſtanden ſie vor dem damals ſchon uralten Dome, vor deſſen Portal die drei rothen Maſten zu jener Zeit noch mit vollem Recht die Standarten jener ſchönen Beſitzungen der Republik trugen, auf denen nur zu bald darauf der Halbmond das Kreuz verdrängen ſollte: Cypern, Candia, Morea. Wie immer ſtanden die Pforten des Heiligthums, über denen das eherne Viergeſpann, jenes Meiſterwerk aus Korinth, prangt, den Gläubi⸗ gen zum Gebet offen, und es zog den Fremden hin⸗ ein, da er den Fuß heute zuerſt auf europäiſchen 5 Boden geſetzt, ſich den Segen des Herrn ſt ſeine

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