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hier in die Hände gefallen war, darüber konnte kein Zweifel ſein. Dieſe Reiter in ihren weiten, orien⸗ taliſchen Gewändern, welche dabei den Stahlhelm des Abendlandes in niedriger Form, ohne Kanne trugen, mit funkelnden, reich ausgelegten Säbeln und Streitkolben bewaffnet, den ſtarken Spieß zu⸗ gleich als Springſtock vom Pferde benutzend— das waren endlich die Stradioten, vor welchen Bernhard oft genug gewarnt worden war. Gleichwohl, als er ſich erſt ergeben hatte, verfuhren ſie glimpf⸗ lich mit ihm: Pferd und Waffen freilich nahmen ſie ihm ab, aber was er ſonſt beſaß, ließen ſie ihm, verſpotteten ihn auch nicht, ſondern behandelten ihn mit einer gewiſſen Achtung, die er ſich durch ſeine mannhafte Gegenwehr gegen ihre Menge gewonnen hatte, und verbanden ihm auch die beiden Stirn⸗ wunden, nachdem ſie dieſelben gereinigt und mit einem Balſam beſtrichen hatten, den ſie nach Krie⸗ gerſitte für den eigenen Nothfall bei ſich trugen. Nun trat auch der Häuptling, wie es ſchien, der ſich bis jetzt mit dem Roſſe des Gefangenen beſchäftigt hatte, hinzu und ſprach in geläufigem Italieniſch: „Laßt Euch nicht niederſchlagen. Gebt uns Löſegeld, oder eine gute Anweiſung, die uns ausgezahlt wird, dann ſeid Ihr frei— aber ſagt mir, von wem habt


