Ihr dieß Pferd, das ich kenne und das mir einſt gehört hat?“
Das war alſo der Stradiot, über deſſen Betrug ſich der gute Herr von Haugwitz ſo bitter beklagt hatte. Bernhard gab ihm kurzen Beſcheid, daß er das Pferd gekauft habe, und fragte ihn, mit welchem Rechte er einen Reiſenden, der auf dem Gebiete der Republik Venedig ruhig ſeines Weges ziehe, nieder⸗ werfen laſſe und nur gegen Löſegeld freigeben wolle? — Er hätte freilich dieſelbe Frage auch däheim im lieben deutſchen Vaterlande thun können, wo es eben⸗ ſo herging und jeder friedliche Kaufmann, der von der Meſſe heimkehrte, gleicher Gefahr ausgeſetzt war. Dort wäre er für die Frage ausgelacht worden und hier nahm ſich der Stradiot auch dieſe Freiheit. Dann aber wurde er ernſthaft und ſagte mit einem wilden Blicke:
„Vergeßt nicht, daß Euer Leben in meiner Ge⸗ walt iſt. Was könnt Ihr zahlen?“
„Ich habe nichts, bin ſchon früher beraubt wor⸗ den,“ erwiederte Bernhard, ohne ein Zeichen der Furcht.
„Aber Ihr könnt eine Anweiſung bei Freunden ausſtellen—“
„Ich habe keine Freunde in Italien.“


