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hätte, denn er war zu ſehr mit der letzten Begegnung beſchäftigt. Schlabrendorff's Bild, das er ſich in ſeiner Phantaſie ganz anders vorgeſtellt hatte, weil er es in Verbindung gebracht mit dem ſeiner Schweſter we⸗ nigſtens einem paſſenden Alter nach, erſchien ihm nun als das Ideal einer männlichen Kriegerſchönheit — die Art, wie er die Botſchaft aufgenommen, wie er ſich dann geäußert hatte, war geeignet geweſen, Bernhard's Haß und ſeine ſchlimmſten Gedanken zu entkräften; dieſe Weiche in dem ſtarken Manne, das tiefe, ſchmerzliche Gefühl, das in ſeinem Tone lag, der innige Klang, mit welchem er den Namen aus⸗ ſprach, der in ſeinem Munde den Sohn Wanda's erbeben machte, ließen hier ein Geheimniß ahnen, das traurig wohl, aber doch nicht ſo frevelhaft, wie es Bernhard ſchon namenlos unglücklich gemacht hatte, ſein konnte..— Dieſe neue Beziehung aber und Fiorina—
In ſolchem Sinnen und Grübeln war es ein greller Mißton, als er ſich plötzlich in geringer Ent⸗ fernung angeſchrieen hörte; ſein Pferd ſprang faſt zugleich von der Seite, ſo daß er einen Augenblick den feſten Sitz verlor. Bewaffnete, die im Verſtecke gelegen, waren hervorgeſprungen, wollten über ihn herfallen, aber er wandte, ſchnell beſonnen, ſein Roß


