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danken geſprochen, und die ſtarke Hand, welche den goldenen Reif emporhielt zur Betrachtung, zitterte.
„Was Ihr ferner,“ fuhr Bernhard weiter fort, „nun Ihr die Wahrheit erfahren, darüber denken möchtet, das könne Euch meine Mutter nicht wehren. Rechenſchaft ſei ſie nur Gott und ihrem Gatten ſchuldig und beiden habe ſie dieſelbe gewiſſenhaft abgelegt und mit Ehren vor ihnen beſtanden.— Das, Herr von Schlabrendorff, iſt die Botſchaft meiner Mutter, und es iſt nun an Euch, mir Eure Ueberzeugung zu bekennen, daß Ihr meiner Schweſter das ſchwerſte Unrecht gethan und ſie volle Urſache gehabt, ſich von Euch loszuſagen. Sprecht Ihr dieſe Ueberzeugung aus, dann mag die böſe Vergangenheit begraben ſein.“
Auch dieſe neue Herausforderung, in herberm Tone als die erſte, ließ Schlabrendorff unbeachtet. Es ſchien, als könne er noch nicht faſſen, was ihm hier eröffnet worden war.—„Hat Frau von Linden Euch alles vertraut? Unmöglich!“ rief er.„Wißt Ihr, warum ich dieſen Ring für den— einer andern gehalten, warum ich verworfen wurde, mit Recht ge⸗ wiß, aber nicht im eigenen Bewußtſein des Frevels, der mir zur Laſt fiel, wenn alles ſo iſt, wie Ihr mir jetzt ſagt und wie ich noch immer nicht begreife,


