Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Herrn geſchildert, hatte wohl gelogen, ſonſt würde er die Herausforderung, welche in Bernhard's Worten lag, nicht ſo zahm hingenommen haben. Sein Auge blitzte wohl, ſeine mächtige Bruſt hob ſich, aber er ſah nur mit finſterm Blick dem Sprecher ſtumm in das Antlitz.

Dieſen Ring hier, fuhr Bernhard fort und überreichte das Kleinod dem Sachſen, der es mit ſichtlicher Betroffenheit in Empfang nahm und zwei⸗ felnd betrachtetedieſen Ring ſchickt Euch Frau Wanda, meine Mutter, und ſchwört Euch, ſo wahrſie vor dem Allbarmherzigen einſt Gnade zu finden hoffe, daß niemals eine andere Hand als die ihrige, dieſen Reif getragen, daß ſie ihn keine Minute abgelegt habe, nicht einmal zur Nacht, wenn ſie ſich zum Schlum⸗ mer niedergelegt Was Ihr auch darüber je gedacht, das ſei nicht wahr, ſondern falſch geweſen.

Tiefer brannte die Glut auf Schlabrendorff's männlich ſchönem Antlitze und ſtieg jetzt hinauf bis unter ſeine vollen, dunkelblonden Locken, welche nur an den Schläfen die Spuren vom Druck des Hel⸗ mes trugen.Das iſt der Ring ich erkenne ihn wohl! ſprach er, kein Auge von ihm verwen⸗ dend, aber die Rede ſchien nicht an Bernhard ge⸗ richtet, denn ſie klang halblaut, wie in tiefen Ge⸗