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„Ich bin Fabian von Schlabrendorff,“ ſagte der Fremde.
„Wahrlich, Ihr ſeid es!“ rief Bernhard und die Erinnerung an alles, was er von dieſem Manne und ſeinem Verhältniß im Hauſe zu Läßnitz gehört hatte, überſtürzte ſich wie Wogendrang in ſeinen: Geiſte. Aber mehr und mehr trat zurück, was in Sachſen, in Schlabrendorff's Heimath, ſeine heiligſten Gefühle vergiftet, und er dachte nur noch an die Botſchaft, welche ihm ſeine Mutter anvertraut hatte
„Mein Andenken, nicht wahr, ſteht als ein Fluch in Eurem Hauſe?“ fragte Schlabrendorff bitter „Ihr ſeid doch der Sohn Herrn Heinrichs von Linden?“
„Ich bin ſein und der Frau Wanda Sohn,“ erwiederte Bernhard und ſuchte auf ſeiner Bruſt im Kleide ſorglich bewahrt den Ring, den ihm ſeine Mutter zum Wahrzeichen mitgegeben hatte.„Nie hab' ich vernommen, daß Euer Andenken geſchmäht worden ſei— habt Ihr, wie uns ein alter Freund, den Ihr wohl kennt, erzählte, die Stunde verwünſcht, wo Ihr meine Schweſter kennen gelernt, wahrlich, ſie hat auch keine Urſache, dieſe Stunde zu ſegnen!“
Der Fährmann bei Rathen an der Elbe, wel⸗
cher Fabian von Schlabrendorff als den jähzornigſten


