Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Aber der Menſch wird doch nicht einen Mein eid auf ſeine Seele laden? rief Bernhard.

Das weiß ich nicht, erwiederte der Fremde. Ich kenne auch den Rechtsgang nicht, aber Ihr ſeid ein Fremder, und verſteht vielleicht nicht einmal die Sprache? Wenig? O dann gebt Euren Handel auf, der ſich in endloſe Länge ſchleppen und Euch vielleicht ſelbſt in Gefahr bringen könnte War es

viel? Mein alles! ſagte Bernhard unmuthig. Das iſt ſchlimm! Habt Ihr Bekannte hier

zu Lande, an welche Ihr Euch in Eurer Verlegen⸗ heit wenden könntet? Ich ſelbſt, ſetzte er hinzu, gleichſam zur Entſchuldigung,habe nicht genug, Euch, wie es ſcheint, zu einer weiten Reiſe fortzu⸗ helfen.

Ich danke Euch nochmals, erwiederte Bern⸗ hard.Allerdings hat mir ein alter Freund mei nes Vaters für den Fall der Noth einen Mann ge⸗ nannt, der mir helfen würde und der Zufall fügt es, daß er gerade in Venedig anweſend iſt, wo ich doch morgen bei guter Zeit hingelangen kann, nicht wahr?

Zehn Stunden Weges von hier. Wollt Ihr nach Venedig, ſo rathe ich Euch, mit Eurem Pferde,