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angefallen, hörte Euch ein deutſches: Herr Gott! ausrufen und machte Euch eine Gaſſe— Dank ver⸗ diene ich darum nicht. Aber ſagt mir, was wollten ſie von Euch?“
Bernhard erzählte mit neu auſſteigender Ent⸗ rüſtung, was ihm geſchehen war und daß er nicht geſonnen ſei, dem Schurken nachzugeben, wenn er auch für den Augenblick dem Pöbel, gegen den ein einzelner Mann nur Schimpf und Schande davon⸗ tragen könne, ausgewichen ſei. Der Fremde ſchien auf jedes Wort, ja auf den Klang ſeines Dialektes aufmerkſam zu lauſchen, er ſchwieg noch eine Minute, als Bernhard ſchon geendigt hatte und ihn fragend anſah, was er zu dieſer Schändlichkeit ſagen werde, dann ſchüttelte er den Kopf und ſprach:„Ihr kennt dieß Volk nicht. Habt Ihr einen Empfangſchein? Oder wenigſtens einen Zeugen, in deſſen Gegenwart Ihr dem Wirthe Euer Pfand übergeben habt?“
Bernhard mußte beides verneinen.
„Dann ſteht Eure Sache ſchlecht,“ verſetzte der Fremde,„und ich kann Euch nur rathen, den Ver⸗ luſt zu verſchmerzen. Bedenkt ſelbſt, welcher Richter könnte Eure Klage annehmen, und den Wirth ver⸗ urtheilen, wenn Ihr gas keine Beweiſe vorzubringen habt als Eure bloße Behauptung?“


