nach dem Bacchiglione zurück, ſein Auge ſchweifte wohl über die Gegend hin, doch was er ſah, kam ihm nicht recht zum Bewußtſein, da er mit den in⸗ nern Bildern, die in ihm rege geworden, beſchäftigt war. Ein Gefühl, wie Heimweh, überkam ihn zum erſtenmale, aber es rang in einem räthſelhaften Kampfe mit einem andern, das er nicht verſtand, es war eine Sehnſucht, die ſich nicht an das Bild ſeiner Heimath knüpfte! Plötzlich weckte ihn wiederum, wie damals im Alpenthale das freudige Wiehern ſeines Pferdes aus der weichen Stimmung— er blickte hinaus in die Richtung, nach welcher ſein Roß drängte. Dort kam, noch erkennbar im Abendſcheine, eine Rei⸗ terſchaar dahergeſprengt, nicht in Stahl gekleidet, wie die Reiſigen aller Heere, oder'in die gewohnte ſchmuckloſe Tracht der ſogenannten„ringen Pferde, ſondern in leuchtenden Farben prangend, vorherr⸗ ſchend Roth, daß es ausſah wie ein glühender Feuer⸗ ball, der durch das grüne Feld heranſchoß.
Stradioten! Bernhard kannte ſie nicht, hatte ſie nie geſehen, aber nach der Beſchreibung konnten es nur die gefürchteten illyriſchen Reiter ſein! Er war vor ihnen gewarnt, er hätte volle Zeit gehabt, ihnen auszuweichen oder zu entkommen— ſeine erſte Re⸗ gung war auch, den Hengſt zu wenden und zu vollem 1857. VI. Heimath und Ferne J. 15


