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Bernhard's Blicke ruhten im Vorüberreiten mit leb⸗ haftem Antheil auf der Feſte, welche vorzwei Jahren, wie ihm Marani erzählt, von den Kaiſerlichen mit Sturm genommen worden war, obgleich man ſie bei der Steilheit der Höhe für unbezwinglich gehalten hatte, weil ſich droben eine Hochfläche des fruchtbar⸗ ſten Landes findet, ſo daß auch keine Aushungerung möglich iſt. Nur durch eine Liſt war der Sturm ge⸗ lungen; die Gräuel, welche dabei vorgefallen ſein ſollten, glaubte Bernhard nicht. Deutſche Ritter ſollten viel edle Frauen, die ihnen in die Hände gerathen waren, im Lager öffentlich feilgeboten und verkauft haben! Schändliche Beſchuldigung! Leider war ſie jedoch nicht ganz unbegründet, nur das hatte Marani vergeſſen zu berichten, daß der edle Kaiſer Mar im gerechten Zorne jedem, auch dem vornehmſten, mit dem Strange gedroht, der gefangene Frauen zurück⸗ halte und nicht ohne Löſegeld in Ehren ziehen laſſe, wodurch dem Unweſen der verwilderten Krieger ſogleich ein Ende gemacht worden war.
Die Sonne ſank, friſchere Lüfte wehten über die Flur. Noch lag die Ferne in klarer Beleuchtung, die verſtreuten Dörfer und Flecken, die hohen Kirch⸗ thürme belebten das grüne ſchimmernde Landſchafts⸗ bild. Bernhard ritt im ſcharfen Trabe den Weg


