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wißt nun alles,“ ſag te er.„Der Prinz iſt in Mai⸗ land, aber wir haben noch immer franzöſiſche Gäſte und dieſe hauſen ſchlimmer, als da ſie noch einige Rückſicht zu nehmen hatten. So iſt es für meine Nichte allerdings gefährlich, nach Hauſe zu kommen, aber die Krankheit ihrer Mutter ließ ſie nicht zurück⸗ bleiben.“
„Dafür wird ſie auch der Engel des Herrn ſchützen!“ erwiederte Bernhard. Dann nahm er Ab⸗ ſchied von dem Alten, rüſtete ſelbſt ſein Pferd und ritt aus dem Thorweg, ohne Fiorina wiederzuſehen. Sie wußte wohl, daß er hinwegzog, ſie lauſchte auch hinter dem Gitter des Fenſters und war einen Moment in Verſuchung, ihm noch einen Scheidegruß zu ſagen und zum Andenken ein Pfand ihres Dankes zu geben, wär's auch das erſte beſte geweſen, einer ihrer duf⸗ tenden Handſchuhe oder die Spange aus werthvollen Muſcheln in Gold gefaßt, ein venetianiſches Kunſt⸗ werk ihres Oheims Andrea— doch beſann ſie ſich und zürnend über ſich ſelbſt, zog ſie ihre feinen hochgewölbten Brauen zuſammen:„Du biſt eine Schlange, Fiorina!“ ſprach ſie für ſich.
Der Abend war von entzückender Schönheit. Auf den Zinnen des hochgelegenen Schloſſes brann⸗ ten die goldenen Lichter der untergehenden Sonne:


