Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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222 habe bringen wollen und ihre Ruhe fortan achten werde, aber wer mochte ihm trauen?

Dem Fürſten, dem Ritter? entgegnete Bern⸗ hard, welchen die letzte Wendung lebhaft für den Prinzen intereſſirt hatte.

Marani machte eine jener ausdrucksvollen Ge⸗ berden, an denen der Italiener ſo reich iſt.Ihr ſeid noch ſehr jung, Signor, erwiederte er;habt wohl nicht viel mit Menſchen verkehrt und glaubt Euch ſelbſt ſicherer, als Ihr ſeid. Traue niemand! iſt ein weiſer Spruch. Sich ſelbſt am wenigſten kann man trauen. Ich glaube wenigſtens, daß meine Nichte deßhalb Brescia mit ihrem Vater verließ und ich ausſprengen mußte, ſie ſei in Venedig geſtorben. Der Prinz ſoll um ſie getrauert haben, erzählten ſich die Leute; aber ſeitdem iſt er getröſtet, hat ſeine Liebe einer vornehmen Dame zugewendet, mit der er ſich künftig zu vermählen gedenkt, wie ich höre, und reitet ihr zu Ehre mit einem ſchönen Wahlſpruch und denkt Euch den Wahnſinn! ohne Harniſch in jede Schlacht.

Das iſtritterlich, bewundernswerth! rief Bern⸗ hard.Ich möchte den jungen Helden kennen lernen!

Der Brescianer lächelte ſpöttiſch, hielt aber für gut, ſeinem Gedanken keine Worte zu geben.Ihr