Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Fiorina und fragt, ob ſie noch lebt und was aus ihr geworden iſt.“ Raſch zog ſie jetzt ihre Hand zurück, ſah ſtolz auf und kam dem Ausbruch ſeiner Aufwallung zuvor:„Nicht um den höchſten Preis wünſchte ich, daß Ihr Eure Vorſätze ändern möch⸗ tet! Ich würde kein Wort, kein Verſprechen von Euch annehmen! Geht mit Gott, Signor Bernardo, und ſagt meinem Vater, daß er um Fiorina nicht ſorgen ſoll, ſie bewahre ſeine letzte Gabe treu auf ihrem Herzen!“ Ihre Rechte zuckte dorthin und zwiſchen den Falten ihres weißen Buſentuchs traf ein Stahl⸗ blitz das Auge des Jünglings.

Ehe er noch dem Lebewohl, das er ihr bebend ſagte, ein Wort hinzufügen konnte, war ſie die Frei⸗ treppe raſch hinaufgeſchwebt— ſie wandte ſich nicht mehr nach ihm zurück, ſondern verſchwand im dunk⸗ len Flur des Hauſes. Auch ſah er ſie nicht wieder. Marani erſchien gleich darauf mit ſeinen beiden Brie⸗ fen, kam zu ihm herab und übergab ſie ihm mit der Bitte, ſie freundlichſt in Venedig abzugeben: den kleinern, wie die Aufſchrift beſage, an ſeinen Vetter Filippo Diodati, deſſen Aufenthalt er ja wiſſe, den größern, ſorgfältiger mit Seidenfaden und Siegel verſchloſſenen, an den Feldherrn der Republik, Herrn Andrea Gritti, den er im Dogenpalaſt bei