Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Blicke, der all' ſeine Pulſe branden ließ.„Nehmt die Briefe nicht an!“

„Ich kann mein Wort nicht brechen,“ ver⸗ ſetzte er.„Ihr haßt die Deutſchen, aber ihre Treue ſollt Ihr ehren.“

„Treue, wahrhaftig!“ wiederholte ſie.„Das weiß ich.“ Sie ſchwieg und zerpflückte gedankenvoll die Blumen im Graſe.

Nach einer Weile begann Bernhard:„Ich er⸗ ſcheine Euch roh und ohne alle Sitte, nicht wahr, daß ich Euch nicht geloben konnte, was gegen meine Ueberzeugung war.“

„O ſchweigt davon!“ unterbrach ſie ihn.„Das habe ich ſchon wieder vergeſſen. Es war thöricht von mir.“ Sie ſtand auf und Bernhard ſah mit einer Bitte, die nur ſein Auge auszudrücken wagte, zu ihr empor. Aber ſo wohl er auch verſtanden wurde, ſprach ſie doch:„Lebt wohl, Bernardo. Seid glück⸗ lich und zufrieden.“

„O bleibt noch!“ fand er den Muth zu ſagen und reichte ihr, ſich ebenfalls erhebend, die Hand.

Sie legte unbedenklich die ihrige hinein.„Wir ſcheiden auf immer,“ ſagte ſie weich,„warum alſo noch länger verweilen? Kehrt Ihr aber doch einſt zurück und kommt nach Brescia, ſo erinnert Euch an