Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Auge, dazu war ſeine Seele zu voll, aber er ſchloß wohl die Lider für einen Moment und es war kein Wunder, daß er im tiefen Schlummer geglaubt wurde.*

Ein lindes Wehen auf ſeinem Antlitz— er ſchlug die Augen raſch auf und blickte in zwei fremde Angenſterne, die ſich über ihn geneigt hatten, ihn zu betrachten. Einen Moment nur tief in einander ver⸗ ſenkt— dann ſchnell zum Bewußtſein gekommen, beide!„Ich ſetze mich zu Euch, Bernardo,“ ſprach die klangvolle Stimme, die ihn ſtets entzückte — er hatte ſich ſchnell aufgerichtet, aber er wähnte zu träumen.

„Francesca!“ ſagte er innig.„Ihr haßt mich nicht?“

„Seid ſtill. Ich habe Euch nur ein Paar Worte zu ſagen. Mit einer Lüge mag ich nicht von Euch ſcheiden— ja, ich bin Fiorina Diodati, von welcher Euer Freund zu Euch geſprochen hat, ich weiß nicht, weßhalb. Mein Vater iſt in Vene⸗ dig bei ſeinem Bruder und hat mich meinem Oheim anvertraut, Marco Marani, den Ihr bei mir ſeht, das iſt Wahrheit. Zu Hauſe liegt meine Mutter rrank— da konnt' ich nicht fern bleiben.“

„Todt ſagtet Ihr Euch, Fiorina!“ rief Bernhard,