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Eilftes Kapitel. Fiorina
Im ſteinernen, vor dem Licht wie vor der Wärme verdunkelten Hauſe litt es Bernhard nicht; er verließ das nach dem Flur offene ſtehende Gemach, wo er nach der Mahlzeit allein geblieben war und ſuchte freie Luft. Francesca hatte ſich in die Kammer der Wir⸗ thin zurückgezogen, um ſich vom langen Ritte auf dem Lager von Reisſtroh auszuruhen. Ihr Vater, der es ausdrücklich verlangt hatte, ſaß bei dem Wirthe in der Nebenſtube und ſchrieb.
Draußen fand Bernhard eine Thüre, die auf eine Freitreppe führte: ein kleiner Garten lag unter ihm, kaum dreißig Schritt im Geviert und ziem⸗ lich verwildert. Aber es gab doch unter den beiden ſchwarzen Cypreſſen, welche ihre ſpitzen Pyramiden hoch über das Dach des Hauſes erhoben, üppiges Gras, und weiter hin wucherten rothe, prächtige Blu⸗ men, die der Fremde nicht kannte— ſo ſtieg er her⸗ nieder, legte ſich auf den Raſen, wo ihn die Cypreſſen beſchatteten und ſah träumeriſch zu den Wipfeln em⸗ por, die von einem leichten Winde bewegt, ſich neigten und wieder aufrichteten; kein Schlaf kam in ſein


